Auberginenaufstrich

 

„Salată de vinete“ (rumänisch)

 

Auberginenaufstrich

Dies ist mein absoluter Lieblingsaufstrich. Er kommt aus Rumänien, wurde allerdings – wie einige andere Gerichte auch – von den Banater Schwaben übernommen. Ich bin damit aufgewachsen und konnte ihn als Kind schon recht bald alleine zubereiten. Das ist allerdings der leichten Zubereitungsart zuzuschreiben, denn das Auberginenfleisch wird durch das Hacken mit einem speziellen Holzhackmesser zerkleinert und das macht natürlich auch Kindern Spaß. Das Hackmesser (siehe Fotos) ist aus Holz und wurde speziell für dieses Gericht entwickelt. Ich habe von meiner Mutter gelernt, dass nichts in diesem Gericht mit Metall in Verbindung kommen darf. Keine Messer, keine Löffel. Der Grund ist vermutlich jener, dass früher nicht alle Messer oder Bestecke aus Edelstahl waren und so konnte es zur Oxidation kommen.

Ich selbst mag den Aufstrich immer noch so zubereiten wie ich es als Kind gelernt habe. Natürlich könnte ich das alles in 10 Sekunden im Thermomix zerkleinern aber das ist für mich nicht authentisch und deshalb bleibe ich dabei. Und auch, weil ich etwas sentimental bin…

Aber lasst Euch überraschen!

 

ZUTATEN für 2 Gläser á ca. 400 ml

 

  • 8 kleine Auberginen
  • 1 mittelgroße rote Zwiebel
  • Essig & Zitrone (von Kühne)
  • Reichlich vom besten Olivenöl
  • Salz und Pfeffer

 

ZUBEREITUNG

 

Die Auberginen im Ganzen grillen. Das könnt Ihr entweder auf einem herkömmlichen Kohlegrill tun, im Backofen oder aber wie ich, auf einer Grillplatte auf dem Herd. Ich für unseren Induktionsherd eine spezielle Grillplatte geschenkt bekommen, die sehr heiß wird und auf der man wirklich wunderbar grillen kann. So muss ich nicht immer den Kohlegrill anwerfen und kann auch im Winter im Warmen grillen. Natürlich muss für ausreichen Belüftung gesorgt werden.

 

Die Auberginen sollten von allen Seiten kräftig gegrillt werden. Das sollte langsam geschehen, so dass sie Innen auch gar werden. Er wäre von Vorteil, wenn sie dabei nicht aufplatzen.

Auberginenaufstrich
Auberginenaufstrich
Auberginenaufstrich

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Sind die Auberginen gar, halbiert Ihr sie einmal der Länge nach. Mit einem Esslöffel entnehmt Ihr das Fruchtfleisch aus der Schale, möglichst ohne etwas davon mit zu entfernen. Sollten sich doch mal schwarze Reste von der Schale lösen, entfernt diese einfach. Sie würden im Aufstrich nur stören.

Auberginenaufstrich

Das Auberginenfleisch gebt Ihr in einen Seiher, so dass die Flüssigkeit gut abtropfen kann. Ich habe da so meine eigene Hilfs-Methode entwickelt, denn wir wissen ja: alle Köche sind beschissen, die sich nicht zu helfen wissen 😉 Ich stelle eine kleine Schüssel verkehrt herum in einen tiefen Teller und stelle dann den Seiher darauf. So kann die Flüssigkeit gut ablaufen um im tiefen Teller aufgefangen zu werden. Ihr könnt das auf meinen Fotos gut sehen.

 

 

Die Auberginen lasst Ihr so mehrere Stunden oder am besten über Nacht abtropfen. Das hat den Sinn, dass die Auberginen nicht bitter schmecken und auch der Aufstrich nicht so flüssig wird. Übrigens kann man statt des Essigs und der Zitrone auch Zitronensalz verwenden. Somit bleibt der Aufstrich sogar noch fester. Auf keinen Fall solltet Ihr weißen Balsamicoessig verwenden. Er enthält nicht ausreichend Säure für dieses Gericht.

Auberginenaufstrich
Auberginenaufstrich
Auberginenaufstrich

 

 

 

 

 

 

Am nächsten Tag hackt Ihr das Auberginenfleisch auf einem Holzbrett mit Hilfe des Hackmessers ziemlich klein. Ich hacke es portionsweise.

Auberginenaufstrich

An dieser Stelle werdet Ihr auch verstehen warum ich kleine Auberginen bevorzuge. Sie sind noch jung und haben erstens ein zarteres Fleisch und zweitens noch sehr kleine, weiche oder noch unausgebildete Kerne. Dadurch ist das Fleisch schneller gar und beim Hacken hat man nicht sooooo viele Kerne, die dann auch noch ganz bleiben und letztendlich im Aufstrich vordergründig sind.

 

 

 

Ist alles gut durchgehackt, wird gewürzt. Ihr werdet staunen wie viel Salz und Säure Auberginen vertragen. Ihr dürft wirklich großzügig aber trotzdem vorsichtig sein. Gebt abwechseln Salz und Säure dazu und mischt es gut unter. Probiert!!! Ihr werdet jedes Mal feststellen, dass entweder Salz oder dann wieder Säure fehlt und umgekehrt. Ihr gebt aber diese beiden Zutaten immer so lange dazu, bis Ihr das Gefühl habt, dass es endlich ausgeglichen schmeckt. Es gibt dann eine schöne Harmonie zwischen diesen beiden Zutaten. Dann gibt ihr ordentlich frisch gemahlenen schwarzen Pfeffer dazu und die ganz fein gewürfelte Zwiebel. Lasst den Aufstrich ca. ½ Stunde stehen.

Auberginenaufstrich

 

Probiert dann noch mal und wenn nötig, erneut nachwürzen!!! Wenn dann alles stimmig ist, gibt reichlich von einem wirklich guten Olivenöl dazu und rührt es kräftig unter. Spart nicht am Öl, das macht die Masse homogener.

So – nun habt Ihr es geschafft! Eine Scheibe frisches Brot dazu – hier passen sowohl frisches Weißbrot als auch Vollkornbrot sehr gut. Und wenn ich dann noch eine schöne scharfe ungarische Salami oder Chorizo dazu habe und ein paar leckere, reife Tomaten, bin ich der glücklichste Mensch und kann in meinen Kindheitserinnerungen schwelgen…

 

 

 

 

VARIATIONEN

Auberginenaufstrich

Traditionell wird „Salată de vinete“ zu Gegrilltem oder als Brotaufstrich gegessen. Ich selbst mag ihn am liebsten als Aufstrich.

Es gibt auch noch eine andere traditionelle Art den Aufstrich zuzubereiten. Man gibt statt der Zwiebeln selbstgemachte Mayonnaise dazu. Viele mögen diese Variante auch sehr, ist dann nicht so scharf und man kann uneingeschränkt seinen Mitmenschen begegnen 😉

Eine zweite Variante kenne ich noch von meiner einen Oma. Sie gab zur Mayonnaise noch hartgekochte und fein gewürfelte Eier dazu. Das fand ich auch immer sehr lecker.

Werde ich demnächst auch mal wieder ausprobieren…

 

Auberginenaufstrich

 

 

 

LASST’S EUCH SCHMECKEN!

 

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